3 Gottfried


Gottfried

I
Gọttfried,
 
Herrscher:
 
 Niederlothringen:  
 1) Gọttfried II., der Bärtige, Herzog von Oberlothringen (1044-47) und von Niederlothringen (seit 1065), ✝ Verdun 21. 12. 1069, Vater von 2); erhielt nach dem Tod seines Vaters, Herzog Gozelos I. (✝ 1044), von Kaiser Heinrich III. nur Oberlothringen, während Niederlothringen an seinen Bruder Gozelo II. (✝ 1046) ging, und empörte sich deshalb 1045 und 1047 gegen den Kaiser, der ihn 1047 absetzte. 1054 heiratete Gottfried Beatrix (* um 1015, ✝ 1076), die Witwe des Markgrafen Bonifaz von Tuszien. Nach der Anerkennung der zunächst geheim gehaltenen Ehe durch den Kaiser (1056) war Gottfried der mächtigste Herr Mittelitaliens und, nachdem sein Bruder Friedrich 1057 als Stephan IX. Papst geworden war, die wichtigste Stütze des Reformpapsttums gegen den stadtrömischen Adel. 1065 übertrug ihm Kaiser Heinrich IV. Niederlothringen.
 
 2) Gọttfried III., der Bucklige, Herzog (seit 1069), ✝ (ermordet) Utrecht 26. 2. 1076, Sohn von 1), Onkel von 3). Durch die Heirat (1070?) mit seiner Stiefschwester Mathilde auch Markgraf von Tuszien, war Gottfried bis zu seinem Tod ein enger Vertrauter und zuverlässiger Helfer Kaiser Heinrichs IV. Gottfried starb kinderlos; das Herzogtum Niederlothringen ging auf seinen Neffen Gottfried von Bouillon über.
 
 3) Gọttfried IV., Gottfried von Bouillon [bu'jɔ̃], Herzog (seit 1089), * um 1060, ✝ Jerusalem 18. 7. 1100, Neffe von 2). Von seinem Onkel zum Erben eingesetzt, wurde Gottfried von Kaiser Heinrich IV., den er im Investiturstreit unterstützte, erst 1089 mit Niederlothringen belehnt. Dem Aufruf Papst Urbans II. folgend, brach Gottfried als erster Reichsfürst zusammen mit seinen Brüdern Balduin (später Balduin I. von Jerusalem) und Eustach (✝ nach 1125) und etwa 20 000 Mann zum 1. Kreuzzug auf. In Konstantinopel verhandelte er mit Kaiser Alexios I., dem er schwören musste, ihn für alle in Kleinasien zu erobernden Länder als Lehnsherrn anzuerkennen. 1098 schlug er die Seldschuken bei Antiochia am Orontes, 1099 war er an der Eroberung Jerusalems beteiligt. Die Krone von Jerusalem lehnte er ab und nannte sich nur »Vogt des Heiligen Grabes«. 1099 schlug er bei Askalon den Sultan von Ägypten. Die Sage erhob Gottfried zum Idealbild des christlichen Ritters.
 
 Oberlothringen:  
 4) Gọttfried der Bärtige, Gottfried 1).
 
II
Gọttfried,
 
Graf von Cappenberg, Prämonstratenser (seit 1124), * 1097, ✝ Ilbenstadt (heute zu Niddatal) 13. 1. 1127; gründete und dotierte mit seinem Besitz 1122 Cappenberg als erstes deutsches Prämonstratenserstift. - Heiliger (Tag in Mainz und Münster: 13. 1.).
 
III
Gọttfried,
 
Godefrid, Gottfried von Winchester [-'wɪntʃɪstə], mittellateinischer Dichter, * Cambrai um 1050, ✝ Winchester 1107; seit 1082 Prior von Saint Swithun zu Winchester. Gottfried verfasste Gedichte auf englische Herrscher und Kirchenfürsten und eine hoch geschätzte Sammlung von 238 satirisch-moralisierenden Epigrammen, den »Liber proverbiorum«. Seine Briefe sind verloren.
 

Universal-Lexikon. 2012.

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